Wandern & Geschichte in der Eifel
Einen Ausflug in die Eifel zum Vogelsang IP hatten wir schon lange auf unserer Liste. Zum einen, weil uns der Ort und seine Geschichte interessiert, zum anderen weil man im Nationalpark Eifel hervorragend wandern gehen kann. Und jetzt im Mai ist auch endlich wieder alles grün. So geht es am Samstagmorgen los in Richtung Eifel.
Inhalt
ToggleStellplatz
Der Stellplatz am Vogelsang IP ist noch relativ neu. Er bietet ca. 50 Stellplätze für Wohnmobile aller Größen. Allerdings gibt es weder Duschen oder Toiletten. Immerhin gibt es ein paar Plätze mit Stromanschluss und eine Möglichkeit zur Ver- und Entsorgung. Und zwei Automaten mit gekühlten Getränken. Der Preis geht mit 17 Euro für eine Nacht völlig in Ordnung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man dafür am nächsten Tag bis 18 Uhr stehen bleiben kann und man über die Kurkarte eine kleine Ermäßigung für den Besuch der Ausstellungen erhält.

Wir haben sogar großes Glück und bekommen einen Platz direkt in der ersten Reihe mit Blick in den Nationalpark und auf den Urftsee.
Wanderung um die Urfttalsperre
Da das Wetter warm und sonnig ist, starten wir direkt zu einer Wanderung um die Urfttalsperre. Die Anlage und die Ausstellungen schauen wir uns morgen an.
Die Wanderung startet offiziell mitten auf der Anlage und führt uns erst einmal ein Stück ins Tal, bevor es dann wieder bergauf zum verlassenen Dorf Wollseifen geht. Das Dorf wurde am Ende des zweiten Weltkriegs von den Briten beansprucht, da man hier einen Truppenübungsplatz errichten wollte. Also hat man den Bewohnern drei Wochen Zeit gegeben das Dorf zu räumen. Später nutzten die Belgier den Ort für Übungen zum Häuserkampf. Dazu wurden extra neue Gebäude errichtet.

Von Wollseifen geht es dann steil bergab zur eigentlichen Talsperre, die bereits 1905 errichtet wurde. Eigentlich hatten wir uns bei dem warmen Wetter auf ein kühles Getränk im Lokal direkt an der Talsperre gefreut, aber das hat leider geschlossen.

Also wandern wir weiter auf breiten und flachen Wegen immer entlang der Talsperre mit Blick auf das Wasser. Was man auch immer im Blick hat, ist die monumentale Ordensburg.

Gegen Ende der Wanderung überqueren wir das Wasser über eine recht moderne Brücke. Die Brücke ist nach Viktor Neels benannt, einem ehemaligen Kommandant der belgischen Arme im Camp Vogelsang.

Danach geht es mit 16 Prozent Steigung wieder zur Ordensburg hinauf. Das ist nach den Kilometern wirklich keinen Spaß!
Gesamtanstieg: 277 m
Aber im Panorama-Restaurant belohnen wir uns für die Strapazen mit einem kühlen Getränk, bevor es wieder zum Stellplatz zurück geht. Mit dem Weg vom und zum Stellplatz sind wir in Summe knappe 16 Kilometer gelaufen.
Den Nachmittag verbringen wir entspannt mit Kaffee in der Sonne vorm Sprinter.
Vogelsang IP
Nach einer ruhigen, aber recht kalten Nacht frühstücken wir mit Blick in die Natur und machen uns danach auf zu einer Führung über das Gelände. Die lohnt sich auf jeden Fall, da sich viele Dinge einfach nicht von selbst erschließen. Die Führung dauert etwa 90 Minuten und man erfährt viel über den Bau der Anlage, die Nutzung in der NS-Zeit und auch die spätere Nutzung durch die Belgier.

Die Ordensburgen, von denen im Reichsgebiet insgesamt vier Stück geplant waren, dienten der Ausbildung von Führungskräften in der Partei. Es ging also in diesen Ordensburgen weniger um das Militärische, sondern um die Vermittlung von Ideologien, um später wichtige Positionen mit linientreuen Personen besetzen zu können. Allerdings hat der Ausbruch des zweiten Weltkriegs dafür gesorgt, dass niemand das vollständige Ausbildungsprogramm durchlaufen konnte.

Nach einem kleinen Mittagessen besuchen wir noch die Dauerausstellung zum Thema „Herrenmensch“, die viele Einblicke in das Leben der Menschen, die hier ausgebildet wurden, zeigt. Dazu erfährt man auch einiges über den Bau der Anlage und die Pläne, die die Nationalsozialisten mit diesen Ordensburgen hatten.

Heute wird die ehemalige Ordensburg als Begegnungsstätte für Dialog, Toleranz und Vielfalt genutzt. Also ganz im Gegensatz zur geplanten Nutzung durch die Nazis. Vogelsang IP ist übrigens die zweitgrößte Hinterlassenschaft des NS-Regimes nach dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
Nach so vielen Eindrücken machen wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Heimat.
Fazit
Wir waren sicher nicht das letzte Mal hier. Denn neben der NS-Vergangenheit gibt es auch einiges über den Nationalpark Eifel zu erfahren und die Natur lädt immer zum Wandern ein. Aber vor allem hat man wieder etwas Neues über die Zeit des dritten Reichs erfahren, was uns so nicht bekannt war.
Unnützes Wissen
![]() | 191 Kilometer gefahren |
![]() | 1 Übernachtung |
![]() | Mai 2026 |
![]() | 16 Kilometer mit 280 Höhenmetern |
![]() | – |
![]() | 1 |
![]() | – |
Ähnliche Beiträge
4WD & Insta-Sticker
Das könnte dich auch interessieren
Nationalpark De Hoge Veluwe
7. August 2023
Kurzurlaub Nordholland
27. Juli 2020






