Osterwochenende im Elsass und in den Vogesen
Fast ist es schon eine Tradition, dass wir über Ostern ein paar Tage wegfahren. Und gerade jetzt, wo wir den neuen Camper haben, müssen wir natürlich los. Die Vogesen haben wir schon länger auf der Liste, da ein Freund von uns dort regelmäßig hinfährt und sich seine Erzählungen immer gut anhören.
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Ein paar Tage vor der Abfahrt erinnern wir uns wieder daran, dass man für Frankreich eine Umweltplakette braucht. Die kann man online ganz einfach bestellen und bekommt diese dann per Post zugeschickt. Mit der Rechnung im Handschuhfach kann man aber auch losfahren, die Kontrolle erfolgt über das Kennzeichen.
Zudem ist unser neuer Camper über 3,5 Tonnen schwer. Wir brauchen also Schilder, die auf den toten Winkel hinweisen. Damit wir die nicht dauerhaft am Fahrzeug haben, habe ich eine magnetische Version* gekauft.
Da wir nur von Karfreitag bis Ostermontag Zeit haben, geht es früh gegen halb acht los. Es ist zum Glück wenig Verkehr auf den Autobahnen, so dass wir um kurz vor eins an unserem ersten Ziel in Kaysersberg im Elsass ankommen.
Kaysersberg
In Kaysersberg gibt es einen großen Stellplatz, der nur wenige Schritte vom Zentrum entfernt liegt. Es gibt Ver- und Entsorgung und sogar Toiletten sind vorhanden. Für nur 10 Euro kann man hier 24 Stunden stehen.
Kaysersberg ist übrigens der Geburtsort von Albert Schweitzer.

Bei 15 Grad und Sonnenschein bummeln wir durch das kleine Fachwerkstädtchen. Wir können nicht widerstehen und nehmen ein wenig regionalen Käse und Gebäck mit.

Zur Stadt gehört auch eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, die wir schnell erklimmen. Oben angekommen, genießen wir den Ausblick über die Stadt und bis rüber nach Deutschland.

Auf dem Rückweg von der Burg finden wir eine kleine Brasserie, in der wir uns einen Wein / ein Bier in der Sonne gönnen. So gestärkt geht es erstmal zurück zum Stellplatz, der sich inzwischen ganz gut gefüllt hat.
Am Abend geht es wieder in die Stadt. Im Restaurant le Kaysersberg bestellen wir Flammkuchen mit Salat. Für ein letztes Bier geht es dann wieder in die Brasserie vom Nachmittag.
Ribeauvillé
Der nächste Morgen begrüßt uns mit eher trübem Wetter und nur noch 12 Grad. Nach dem Frühstück geht es dann erstmal zum Einkaufen und danach fahren wir nach Ribeauvillé. Auch hier gibt es wieder einen zentralen Wohnmobil-Stellplatz, auf dem man sogar stundenweise parken kann. Wir lösen ein Ticket für drei Stunden und machen uns auf in die Stadt.

Auch Ribeauvillé besteht im Kern noch aus vielen Fachwerkhäusern, die aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammen. Man merkt die Osterfeiertage, denn der kleine Ort ist recht voll. Nach einem Spaziergang entlang der Hauptstraße holen wir uns in einer kleinen Bäckerei ein Stück Quiche und ein Baguette für das morgige Frühstück. Die Quiche essen wir direkt im Camper, bevor es weitergeht in die Vogesen.
Auberge du Schantzwasen
Auf dem Weg in die Vogesen wird es immer kälter. Und auf einmal liegt am Straßenrand doch tatsächlich Schnee! Damit hätten wir gar nicht gerechnet. Aber das macht es umso spannender. Später schlängelt sich die schmale Straße dann auf etwa 1.100 Meter hoch, bis wir an der Auberge du Schantzwasen ankommen.

Wir sind beeindruckt von dem vielen Schnee, der hier auf den Bergen noch liegt, wärmen uns aber erstmal bei Crepes und Cappuccino in der Herberge auf. Auf unsere Frage an die Chefin, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürfen, wird uns dafür ein Preis von fairen 6 Euro genannt.
Nach der kleinen Stärkung besuchen wir das zur Herberge gehörende Rentier-Gehege an. Hier lebt ein ganzes Rudel und man kann dabei mitten durch das Gehege laufen und kommt so sehr dicht an die Tiere heran. Denen scheint der Besuch allerdings ziemlich egal zu sein.

Natürlich wollen wir hier nicht nur übernachten, sondern auch zu Abend essen. Nach dem wirklich sehr leckeren Essen sagt uns dann die Chefin, dass wir nun doch nicht für die Nacht bezahlen müssen. Und die Duschen und Toiletten dürfen wir am nächsten Morgen ebenfalls nutzen. Das nenne ich mal Gastfreundschaft! Wir lassen natürlich trotzdem etwas in der Trinkgeldkasse am Empfang.

Die Nacht ist recht stürmisch und so werden wir sanft in den Schlaf geschaukelt, bevor uns der nächste Morgen mit strahlendem Sonnenschein empfängt.

Col del la Schlucht
Nur etwa einen dreiviertel Stunde dauert die Fahrt zum Col de la Schlucht. Auf 1.139 Metern liegt der Pass, der eine wichtige Verkehrsachse zwischen dem Elsass und Lothringen ist. Wir gehen ein wenig spazieren und genießen den Fernblick, bevor es weiter in Richtung Munster geht.

Wir hatten gehofft, in Munster ein nettes kleines Café zu finden. Aber irgendwie hat da alles zu. So nutzen wir nur die öffentliche Entsorgungsstation und fahren wieder in Richtung Kaysersberg.
Weingut Fritz
In Sigolsheim finden wir das kleine Weingut Fritz, welches kostenlose Stellplätze zwischen den Weinreben anbietet. Zudem kann man hier jeden Abend eine Weinprobe machen.

Gegen Abend füllt sich der Stellplatz und auch die Weinprobe ist gut besucht. Und auch wir kaufen ein paar Flaschen für zu Hause.
Den Abend verbringen wir mit den Stellplatznachbarn an einem kleinen Feuer mit Gesprächen über die nächsten Reiseziele.
Am nächsten Morgen müssen wir den gekauften Wein noch abholen. Dabei werden wir direkt eingespannt und müssen ein wenig helfen Flaschen zu verräumen. So haben wir uns dann den kostenlosen Stellplatz redlich verdient.

Die Rückfahrt ist, trotz Ostermontag recht entspannt, so dass wir gegen 17 Uhr wieder zu Hause sind.
Fazit
Auch wenn es für nur vier Tage ganz schön viele Kilometer waren, so hat sich die Tour auf jeden Fall gelohnt. Alleine schon, um mal autark an einer Herberge in den Bergen oder mitten zwischen Weinreben zu stehen. Und die Region hat für jeden etwas zu bieten. Zudem sind die Franzosen sehr gut auf Camper eingestellt. Es gibt viele zentrale Stellplätze und jede Menge Entsorgungsmöglichkeiten.
Unnützes Wissen
![]() | 986 Kilometer gefahren |
![]() | 3 Übernachtungen |
![]() | April 2026 |
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![]() | Jede Menge Störche, ein Rudel Rentiere |
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